Liebe Menschen in Adelby und Engelsby,
nun müssen wir also weiter mit Einschränkungen in unserem Alltag und Störungen in unseren Kontakten leben. Dazu brauchen wir Kraft für Geduld und Hoffnung. Mir fiel dazu das Wort „Resilienz“ ein.


Resilienz
= psychische Widerstandsfähigkeit
= Fähigkeit von Gesellschaften, externe Störungen zu verkraften
= systemische Widerstandsfähigkeit von Unternehmen gegenüber Störungen
= Fähigkeit von technischen Systemen, bei einem Teilausfall nicht vollständig zu versagen
(aus Wikipedia: Begriffsklärung)
Wie kann ich meine und unsere Resilienz – also die Fähigkeit, Störungen und Krisen zu verkraften – aktivieren und stärken?
Dazu habe ich in der Bibel gelesen und zitiere sechs Punkte aus einem Artikel einer Münchner Psychologin, der mir in die Hände fiel.

  1. SICH ZEIT NEHMEN
    Mensch und Tier halten Ausschau nach dir. Du gibst ihnen Nahrung zur richtigen Zeit. (Psalm 104, 27)
    Seelische Widerstandskraft springt nicht auf Kommando an, um Unangenehmes aus dem Weg zu räumen. Sie meldet sich mit der Zeit.
  2. ZURÜCKSCHAUEN AUF BEWÄLTIGTE SITUATIONEN
    Lobe den HERRN, meine Seele! Und vergiss nicht das Gute, das er für dich getan hat! Er führt dein Leben aus der Todesnähe. (Psalm 103, 2+4a)
    Kein Mensch geht vollkommen ohne seelische Widerstandskraft durch das Leben. Wer auf das eigene Leben zurückschaut, wird viele Situationen entdecken, die bewältigt wurden: Auseinandersetzungen mit Spielkameraden, Enttäuschungen im Freundeskreis, Krisen im Beruf, Krankheiten, der Verlust von Körperkraft, das Abgeben wichtiger Aufgaben … Die Reihe lässt sich fortsetzen. — Überwundene Schwierigkeiten erscheinen meistens kleiner als die Probleme, in denen man gerade steckt. Dennoch stärkt der Blick auf die Lebenserfahrung das Vertrauen darauf, dass das Leben wieder Gutes bereithalten wird.
  3. SICH VERABSCHIEDEN VON DER IDEE »WER ALLES RICHTIG MACHT, WIRD VON LEID VERSCHONT«
    Danach erklärte Jesus seinen Jüngern …, was Gott mit ihm vorhatte: »Der Menschensohn wird viel leiden müssen…. Sie werden ihn hinrichten lassen, aber nach drei Tagen wird er vom Tod auferstehen.«… Da nahm Petrus ihn zur Seite und fing an, ihm das auszureden. Aber Jesus … wies Petrus streng zurecht: »Geh weg von mir, Satan! Dir geht es nicht um das, was Gott will, sondern um das, was Menschen wollen.« (Markus 8, 31-33)
    Wenn Unwägbarkeiten einem anderen Menschen Verlust oder Leid zufügen, dann erschrecken wir und versuchen etwas zu entdecken, was dieser Mensch falsch gemacht haben könnte. Wir bilden uns ein, wenn wir diesen Fehler vermeiden, wird uns auch das Leid nicht treffen. Das kann manchmal stimmen.- Aber seit Menschengedenken gehört Leid zum Leben. Es ist unrealistisch zu glauben, jede Krise sei vermeidbar und damit selbst verschuldet, wenn sie doch eintritt.
  4. VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN
    Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt: Nicht voller Dummheit, sondern voller Weisheit. Macht das Beste aus der Zeit, gerade weil es schlimme Tage sind. (Epheser 5, 15+16)
    Von resilienten Menschen kann man lernen, dass sie auch in tiefen Krisen zu akzeptieren versuchen, was sie nicht beeinflussen können. Daneben aber fragen sie: »Was kann ich tun, was
    will ich probieren, um diese Situation zu meistern?«
  5. BEZIEHUNGEN PFLEGEN UND HILFE ANNEHMEN
    Zwei sind allemal besser dran als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu
    etwas. (Prediger 4, 9)
    Menschen, die ihre Beziehungen in der Nachbarschaft, der Gemeinde, in der Familie pflegen,
    können besser mit Schicksalsschlägen umgehen. In diesem Netzwerk suchen und finden sie
    erfahrene Gesprächspartner und praktische Hilfe.
  6. RESILIENZ WIRD BEIM TEILEN GRÖSSER
    Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen,
    besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. (1. Petrus 4, 10)
    Es lohnt sich, sich auszutauschen. Die Erfahrungen Anderer können meinen Vorrat an Ideen dafür
    auffüllen, wie ich Unwägbarkeiten begegnen werde. Meine Erfahrungen können anregende
    Hinweise für Andere werden.
    „Resilienz – die seelische Widerstandskraft – ist ein Geschenk, das allen mitgegeben ist. Das
    Vertrauen auf diese Tatsche hilft uns, mutig und hoffnungsvoll auf die Zukunft zuzugehen.“
    schreibt Dipl.-Psych. Christine Reinert, München
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre innere Widerstandskraft entdecken und einsetzen können und
    alles nutzen, was Ihnen dabei hilft, sich zu freuen.
    Ihre Regina Waack
Kategorien: Gottesdienst

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.