Andacht für Kleine und Große zu Himmelfahrt

 Wenn du magst, zünde dir zu Beginn eine Kerze an. Und schau einmal hinaus in den Himmel: Wie sieht er heute aus? Weit und blau? Dunkel und regengrau? Dann mach einen Moment die Augen zu und stell dir den schönsten Himmel vor, den du dir ausdenken kannst.

Und dann kann es losgehen:

Anfangen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gott ist da. Du bist da. Alle, die wir diese Andacht zuhause feiern sind miteinander verbunden. An diesem Wochenende denken wir über Jesu Himmelfahrt nach. Was für eine Geschichte! Mit vielem, was geheimnisvoll ist: Es geht um einen Abschied, aber irgendwie auch nicht so richtig. Um den Himmel – aber einen, der nicht nur über uns ist…  Wir gehen all dem nun zusammen nach…

 

Gebet: Wenn du magst, dann sprich nun ein Gebet. Sag Gott, was dir grade auf dem Herzen liegt. Oder sei einfach einen Moment still. Und dann kannst du mit diesem Gedanken aus Psalm 121 enden:

„Ich öffne meine Augen und schaue mich um. Bis zu den fernen Bergen geht suchend mein Blick: Wer hilft mir? Meine Hilfe kommt von Gott, kommt aus Himmel und Erde, mal von außen, mal aus mir heraus: Meine Hilfe kommt von Gott. Amen“

 

Die Himmelfahrtsgeschichte, erzählt von Kerstin Schroer:

In der Zeit nach Ostern waren Jesu Jüngerinnen und Jünger hin- und hergerissen zwischen Freude und Verwirrung. Jesus war gestorben und auferstanden. Das Schwierige in dieser neuen Zeit war, dass sie sich so unsicher fühlten. Es war jetzt anders als früher und Jesus sprach viel davon, dass er bald für immer zu seinem Vater gehen werde. Sie mussten bald ohne ihn zurechtkommen. Aber wie nur? Es fiel ihnen schwer, von Jesus Abschied zu nehmen. Zum Glück war Jesus aber noch da. Wenn sie mit ihm zusammen waren, schöpften sie wieder Hoffnung für die Zukunft. Vierzig Tage nach Ostern gingen sie gemeinsam zum Ölberg. Dort verabschiedete sich Jesus von ihnen. Er segnete sie und versprach ihnen Gottes Geist.  Dann wurde er zum Himmel emporgehoben. Eine Wolke nahm ihn auf und er verschwand. Alle schauten ihm nach. Plötzlich standen zwei weißgekleidete Männer neben ihnen und sprachen sie an. „Was schaut ihr in den Himmel?“, fragten sie. „Jesus ist zu seinem Vater gegangen. Ihr könnt ihn nicht mehr sehen. Aber er wird trotzdem bei euch sein. Erzählt den Menschen davon, was ihr mit Jesus erlebt habt.“ Dann verschwanden die beiden Männer wieder. „Er wird immer bei uns sein“, murmelten sie leise. Ja, dass wird er! Getröstet gingen seine Freundinnen und Freunde nach Hause.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wie stellst du dir vor, was an Himmelfahrt passiert ist? Wo ist Jesus jetzt?
  • Wie ist das mit dem Himmel – wo fängt er an?

Impuls:

Jesus hat einmal zu seinen Jüngerinnen und Jüngern gesagt: Gottes Himmelreich ist schon hier – mitten unter euch! Das haben seine Jüngerinnen und Jünger auch erlebt, auf ganz unterschiedliche Weise:

Für manche war es wie ein Stück vom Himmel, wenn Jesus ihnen gesagt hat: Auch wenn ihr manches falsch gemacht habt – an meinem Tisch ist trotzdem immer ein Platz für euch. Für manche war es ein Geschenk des Himmels, wenn Jesus sie geheilt hat. Oder wenn er auf ihre Lebensfragen Antworten hatte.

Vielleicht wächst Gottes Himmelreich also auch jetzt überall weiter, wo wir tun, was Jesus uns aufgetragen hat: Menschen von ihm erzählen. Über Gottes Welt staunen. Freundschaften knüpfen. Füreinander da sein. Einander vergeben. Miteinander am Tisch sitzen. Aneinander denken. Füreinander beten….

 

Pastorin Kerstin Schroer erzählt, wie sie einmal erlebt hat, dass mitten in der Nacht der Himmel aufging:

„Ich erinnere mich an den Mauerfall und die damit verbundene Grenzöffnung an der Berliner Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989. Tage vorher hatte es unter anderem in Leipzig eine Großdemonstration gegeben. Ich weiß noch, dass ich große Angst davor hatte, dass die Demonstrationen mit Gewalt aufgelöst werden könnten. Und wie erleichtert ich war, als eine Kollegin in dem Altenheim in dem ich damals im Nachtdienst arbeitete ganz aufgeregt zu mir gelaufen kam und sagte: ‚Das musst du dir ansehen, die Mauer ist weg‘. Wir liefen ins Fernsehzimmer der Station, sahen die Bilder von Menschen, die auf der Mauer tanzten und ausgelassen feierten. Und mein erster Gedanke war, Gott sei Dank, nun wird es keine Toten mehr geben. Die SED hat aufgegeben. Sie lassen die Menschen endlich gehen.“

Frage zum Weiterdenken: Hast du auch schon mal ein Stückchen vom Himmel auf Erden erlebt?

 

Gebet:

Gott, wir danken dir, für alles was grade schön ist in unserem Leben. Für alles, was sich luftig und leicht anfühlt. [Stille]

Und Gott, wir sagen dir auch, was wir grade brauchen. Wo unser innerer Himmel dunkel und drückend ist. [Stille].

Schenke uns die Weite deiner Gegenwart. Gib uns von deinem Licht. [Stille]

Wir beten für die Kranken und die Sterbenden. Für Trauernde in Krankenhäusern und Zuhause, und irgendwo unterwegs. Und für die, die für sie da sind. [Stille]

Jesus, du hast gesagt. Wir sind und wir bleiben mit dir verbunden. Egal, was kommt. Wir wollen darauf vertrauen. Hilf du uns dabei.  Und gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel…

Segen:

+ Gott segne dich und Gott behüte dich. Gott lasse das Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Und Gott erhebe das Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. +  Amen

Bleibt behütet!  Eure Kerstin Schroer und Friederike Magaard


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